Neue Zuger Zeitung 30. Januar 2012

NEUE ZUGER ZEITUNG / MONTAG, 30. JANUAR 2012

Harmonie und Überraschungen 

Die 3 Sisters 4 Swing versetzten die Ägerihalle in die 40er-Jahre zurück und präsentierten einen unerwarteten Gast.

3 Sisters 4 Swing: Das sind Brigitte Amrein, Tanja Bollmann und Brigitte Jost, die meist dreistimmig Swingklassiker aus den 40er-Jahren wie «Bei mir bist du schön» oder «Rum and Coca Cola» singen. Wie es dazu kam, erzählt die Unterägererin Tanja Bollmann in der Ägerihalle gleich selber: «Als ich zusammen mit Brigitte A. in Hamburg an einer Musicalschule studierte, kamen wir auf die Idee, selber Musik im Stile der Andrew Sisters zu machen.» Die dritte Mitstreiterin haben die beiden musikalischen Frauen dann hier in der Schweiz gesucht. Die Arrangements schliesslich hat Hansjörg Römer geschrieben. «Der Stil der 40er macht uns einfach Spass, und mittlerweile haben wir das auch im Griff. Wir versuchen musikalisch möglichst nahe am Original zu bleiben.»

Stilecht wie anno dazumal

Die Stilsicherheit der drei Sängerinnen konnte man anlässlich ihres Konzerts nicht nur hören – sondern auch sehen: So trugen sie Frisuren und Kostüme wie damals und hatten die entsprechenden Tanzschritte und Hüftschwünge auf Lager. Begleitet wurden die Sängerinnen von der Blue Moon Band; also von Veronica Hvalic am Piano, Erich Güntensperger am Schlagzeug und Guido Kurth am Kontrabass.

Tournee-Stopp im Ägerital

Die drei amerikanischen Schwestern sind im Stück «Bei mir bist du schön» auf einer Europa-Tournee mit ihrem Manager und machen Halt im Ägerital. Vor ihrer grossen Vorstellung, quasi der Show in der Show, haben sie aber noch einiges zu bereden – was jeweils mit einem passenden Song unterstrichen wird. Beispielsweise kommt ihnen die schweizerdeutsche Sprache doch etwas sonderbar vor. Ihr Manager bringt ihnen daher zur Übung ein Lied mit. «Vo Luzern gäge Wäggis zue» sollen die Schwestern singen, doch dazu brauchen sie Hilfe. Jemand aus dem Publikum soll ihnen den Text zuerst einmal korrekt vorlesen. Der erste Herr aus der vordersten Reihe, der bestimmt wird, stellt sich, auf der Bühne angekommen, als Deutscher heraus – und wurde daher wieder zurück an seinen Platz geschickt. Beim zweiten Versuch wird dann ein original Weggiser gefunden, der den Text vorlesen kann.

Nebst den Schwestern überzeugt auch ihr Manager – gespielt von Roland Duppenthaler – gesanglich. So gibt er, ehe er die Mädels für ihre offizielle Show ankündigt, selber gleich zwei Ständchen in der Ägerihalle: «Sei mal verliebt» und «42nd Street».

Ein besonderer Auftritt

Die Zuschauer staunen nicht schlecht, als bei der Show der drei Sisters der Kulturbeauftragte von Unterägeri, Patric Ricklin, als Special Guest auftritt. Auch wenn er seiner früheren Beschäftigung als professioneller Sänger nicht mehr regelmässig nachgeht, kann er mit seiner Stimme auf jeden Fall noch brillieren. Die drei Schwestern sind gar so entzückt, dass sie eigens für Ricklin «Mister Sandman» trällern.

Wer wollte, konnte weiterswingen

Auch das Publikum schien die Vorstellung «Bei mir bist du schön» genossen zu haben. Unter ihnen war etwa Marciano Perez, die nur lobende Worte fand. «Das war ganz gut. Die Lieder haben mich an die Musik meiner Jugend erinnert. Das kulturelle Angebot der Ägerihalle ist immer interessant. Ich komme gerne wieder.» Auch Zuschauer, die sich mit 40er-Jahre-Musik nicht auskennen, kamen nach eigener Aussage auf ihre Kosten. Wer mochte, konnte nach der Vorstellung ausserdem noch bis um Mitternacht bei Barbetrieb und Tanz mit DJ Mike T. Fox in der Ägerihalle verweilen – und in aller Ruhe weiterswingen.

Daniel Jörg
redaktion@zugerzeitung.ch

 

Zofinger Tagblatt 6. Dezember 2010

ZOFINGER TAGBLATT | MONTAG 6. DEZEMBER 2010

Auf den Spuren der Andrews Sisters

Zofingen Brigitte Jost, Brigitte Amrein und Tanja Bollmann begeisterten mit ihrer Darbietung des Musicals «3 Sisters 4 Swing» in der Kleinen Bühne.

Von Bernhard Schindler

Was den Schwarzen in Amerika Soul und Blues bedeuteten, waren für weisse Musiker in den 30er- und 40er-Jahren Dixieland, Boogie-Woogie und Swing. Medien wie das Radio und später das Fernsehen verbreiteten weissen und schwarzen Jazz in der ganzen Welt. Unzählige kleinere bis grosse Formationen griffen Swing und Boogie-Woogie auf, eine davon waren die Andrews Sisters, drei Sängerinnen, die als erste Frauen-Band eine Platin-Schallplatte gewannen. Während des Krieges trennten sich ihre Wege, danach aber traten sie wieder gemeinsam auf und erfreuten auch das europäische Publikum.

Aus dieser Lebensgeschichte schrieb Brigitte Amrein zusammen mit Tanja Bollmann das Musical «3 Sisters 4 Swing», das sie unter das Motto des Erfolgssongs der Andrews Sisters stellten, «Bei mir bist Du schön», das letzte Wort damals schon wie heute «shejin» gesungen und geschrieben. Brigitte Amrein liess vor allem die Musik der von Wirtschaftskrise und Kriegseintritt geprägten «thirties and fourties» auferstehen. Der rote Faden, der die vielen Gesangsnummern zusammenhält, ist dünn. Doch schadet das nichts, ist das Publikum doch nicht wegen der Geschichte in die Kleine Bühne gekommen, sondern, um die Melodien zu hören, mitzustampfen oder mitzusummen.

Mehrheitlich bekannte Hits

Unterbrochen von zwei Pausen swingten die Sängerinnen in drei Show-Blöcken durch ein Repertoire von «Boogie-Woogie Bugle Boy» über «Rum and Coca-Cola» bis zu «Don’t sit under the appletree». Dabei erwies sich die Dritte im Bunde, Brigitte Jost, als besondere Erscheinung: sentimental mit einer für Swing geschulten Stimme. Alle drei Sängerinnen verfügen über ein beträchtliches Stimmvolumen, und Tanja Bollmann schmetterte «New York, New York» – auch ohne Benjamin Fröhlich, der zwar den überforderten Manager spielte, einer stimmlichen Unpässlichkeit wegen den Frank-Sinatra-Song aber nicht selber interpretieren konnte. Begleitet wurden die drei Damen von der Blue Moon Band mit Veronica Hvalic (Piano und musikalische Leitung), Erich Güntensperger (Drums) und Guido Kurth (Bass). In der ersten Pause überraschten Theaterleitung und Sängerinnen das Publikum anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Kleinen Bühne mit einem dekorierten Lebkuchenherz für alle Besucher. Begeisterter Schlussapplaus forderte noch einmal «Rum and Coca-Cola» – und erhielt ihn.

Zentralschweiz am Sonntag 20. Juni 2010

ZENTRALSCHWEIZ AM SONNTAG | SONNTAG, 20. JUNI 2010

Diese drei Schwestern swingen mit viel Humor

Im Burgbachkeller erweckt die Frauentruppe die Vierzigerjahre wieder zum Leben. Sie überzeugt mit Gesang und Choreografie.

Der schwarze Vorhang öffnet sich, und im grellen Scheinwerferlicht strahlen die roten Kleider mit Pailletten drauf noch viel heller und glamouröser ins Publikum. Das leise Zupfen eines Kontrabasses durchbricht die Stille. Ein Piano setzt ein und kurz darauf auch ein Schlagzeug. Auf der Bühne beginnen die Hüften der drei Sängerinnen im Takt zu schwingen, mit einem breiten Lächeln stimmen sie das erste Lied «Don’t sit under the appletree» an. Die Songs aus der Swing-Ära und der rote Lippenstift entführen die Zuschauer sogleich in die Zeit der Vierzigerjahre – und im Publikum ist bald so manch einer zu beobachten, der dezent mit dem Fuss wippt.

Die Töne sitzen

Ursula Silvia Rellstab, Brigitte Amrein und Brigitte Jost alias Annabelle, Laura und Susan führen das Publikum am Freitagabend im Burgbachkeller Zug mit dem Musiktheater «Bei mir bist du schön» zurück in eine längst vergangene Zeit. Sie spielen das Musiktrio 3 Sisters 4 Swing, das auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist und in ganz Amerika beachtliche Erfolge feiert. Die Rolle der Annabelle übernimmt in manchen Auftritten auch die Zugerin Tanja Bollmann – die wegen ihrer Mutter- nicht auch noch eine Vollzeitrolle belegen kann.

Alle Töne sitzen, die Choreografie überzeugt. Synchron schwingen die drei Sängerinnen das eine Bein über das andere oder strecken beim Song «Rum and Coca Cola» die Finger gespreizt in die Höhe. Neben der schönen Seite des Erfolgs dürfen jedoch auch die Schattenseiten nicht fehlen. Von Alltagssorgen wie Pickeln und der unwiderstehlichen Anziehungskraft von Schokolade – obwohl man doch eigentlich abnehmen möchte – bis hin zu politischen Problemen wie dem Zweiten Weltkrieg hat das Stück alles zu bieten.

Ohrwürmer

«Ach, der gute alte geblümte Kartoffelsack», seufzt Brigitte Amrein auf der Bühne laut und blickt auf ihr ziemlich figurunbetontes Kleid hinunter. Sie spielt die in Süssigkeiten verliebte Laura und wird von ihren beiden Freundinnen, der karrierefixierten Isabelle und der modebewussten Susan, deswegen oft aufgezogen. Auf der Bühne sind die drei allerdings ein eingespieltes Team. Die mehrheitlich in Englisch gesungenen Lieder und das Theater mit viel Humor wechseln sich immer wieder ab. Im Publikum wird gelacht, begeistert Beifall geklatscht – und am Ende folgt sogar eine Zugabe. Als der schwarze Vorhang wieder die Sicht auf die Bühne versperrt, hört man noch ein leises Summen im Zuschauerraum. Die Songs haben ihr Ziel eindeutig nicht verfehlt – der Refrain prägt sich schon nach dem ersten Mal ein.

Jasmine Gut
redaktion@neue-zz.ch

COOP ZEITUNG Nr. 24 2010

«3 Sisters 4 Swing» am Grill

Text: Bettina Ullmann | Fotos: Christian Lanz

 

«3 Sisters 4 Swing» am Grill Tanja Bollmann, Brigitte Amrein und Brigitte Jost sind die«3 Sisters 4 Swing». Sie starten am Wochenende ihre Show. Abervorher wird grilliert. Natürlich nicht, ohne auch dabei einen flotten Swing in die Wiese zu schmettern.

Da stehen sie und strahlen. Hübsch, weiblich, aufs Genaueste geschminkt in schönen, sorgfältig ausgesuchten Kleidern: Die drei Schwestern des Swing, Tanja Bollmann, Brigitte Jost und Brigitte Amrein. Ganz im Stil der 40er-Jahre. Der Auftritt passt perfekt zu ihrer jüngsten Theaterproduktion, die in dieser Zeit spielt. Das Erscheinungsbild der Frauen in diesen Jahren war weiblich. Aber «angepasst» und «unemanzipiert» waren sie deshalb noch lange nicht. Das hat die drei Darstellerinnen fasziniert und inspiriert. «Die Kriegsjahre hatten viele Frauen zur Selbstständigkeit gezwungen», sagt Tanja Bollmann.

Im Musical, das sie zusammen mit Brigitte Amrein geschrieben hat, geht es ganz nach ihrem Vorbild der berühmten Andrews-Sisters aus Amerika auch um drei Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen. Ob für die Andrews-Sisters auch das Grillieren dazu gehörte, kann an dieser Stelle nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Historiker Jakob Tanner: «Während der 40er-Jahre wurden die Nahrungsmittel durch ein Rationierungssystem zugeteilt. Einzig die Kartoffeln waren frei, die konnten zum Garen in die Glut geworfen werden. Auch die Stadtbevölkerung arbeitete während der Kriegsjahre im ‹Plan Wahlen› auf Pflanzplätzen mit. Fleisch war knapp, auf dem Lande konnte aber zwischendurch schon mal ein Schwein oder Huhn geschlachtet werden.»So kam auf den Tisch, was man irgendwie auftreiben konnte: Grüne Bohnen, Herdäpfel, Salat, Gemüse, Früchte. Bis auf die Bohnen sind auch bei den 3 Sisters alle Zutaten dabei. Ausserdem gibts grillierte Bananen. Die drei Showtalente schwingen dazu die Grilliergabel. Sie haben unübersehbar ihren Plausch. Kurzerhand verwandeln sie das Grillierutensil in ein Mikrofon oder eine Castagnette. Dazu singen sie den jiddischen Song, der die Andrews-Sisters berühmt machte: «Bei mir biste scheen!»

«3 Sisters 4 Swing» Vorstellungstermine
Theater im Burgbachkeller St.-Oswalds-Gasse 3, 6300 Zug Freitag, 18. Juni 2010, 20.00 Uhr Samstag, 19. Juni 2010, 20.00 Uhr Sonntag, 20. Juni 2010, 19.00 Uhr Freitag, 25. Juni 2010, 20.00 Uhr www.3sisters4swing.ch

Schweizer Illustrierte Nr. 21, 2010

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE | NR. 21, 2010

Willkommen in den 40er-Jahren

Winter 1941, kurz vor Kriegseintritt der USA. Die drei Freundinnen Annabelle, Laura und Susan schlagen sich durch die Wirren des Lebens, die sich aus den Ereignissen der Zeit ergeben. Das Trio 3 Sisters 4 Swing, das sich wie die Comedian Harmonists der Close-Harmony-Technik bedient, feiert grosse Erfolge, bis es wegen eines Krachs auseinanderbricht. «Bei mir bist du schön» ist die Geschichte von drei tatkräftigen Frauen (Brigitte Amrein, Brigitte Jost, Tanja Bollmann) und ihrem Bandleader Allan (Benjamin Fröhlich), basierend auf historischen Ereignissen, mit hinreissenden Songs aus der Swing-Ära («Don’t Sit Under the Appletree», «Rum and Coca-Cola», «Lullaby of Broadway»). Rea

Bote der Urschweiz 30. November 2009

BOTE DER URSCHWEIZ | MONTAG, 30. NOVEMBER 2009

Drei swingende «Schwestern» begeisterten

Am Freitagabend traten beim Gersauer Herbst in der vollbesetzten Aula die 3sisters4swing auf. Zusammen mit einem passenden Live-Trio waren sie verantwortlich für einen aussergewöhnlichen Höhepunkt in musikalischer und schauspielerischer Hinsicht.

Von Felix Deprez

Gersau. – Die drei swingenden «Schwestern» Brigitte Amrein, Tanja Bollmann und Brigitta Jost haben eine Geschichte aus den Vereinigten Staaten, welche sich tatsächlich so zugetragen haben soll, aufgegriffen und weiterentwickelt. Zusammen mit Markus Buelmann von der Seebühne Brunnen haben sie ein Stimmungsbild aus den 40er-Jahren inszeniert und musikalisch-choreografisch gekonnt an den Vierwaldstättersee transportiert. Kurz vor Kriegseintritt der USA reiten die drei Freundinnen Annabelle, Laura und Susan auf einer Erfolgswelle; zusammen mit ihrem Close-Harmony-Trio begeistern sie die Massen. Mit der vom authentisch wirkenden Radioreporter eingebauten Meldung vom Überfall der Japaner auf Pearl Harbour verändert sich die Sachlage entscheidend. «Ich bin nicht nur Bandleader und Musiker, sondern auch Mann – das Vaterland braucht mich», meint Allan. Mit seinem Entscheid, sich nach Europa einziehen zu lassen, beginnt der Niedergang des Trios: Alkoholprobleme der einen, Mutterschaft einer zweiten, der Fall eines Bruders im Krieg der dritten sind zu viele der Probleme. So treten sie nur noch zu zweit auf und heimsen dabei nur noch Misserfolge bei ihren Auftritten ein.

So ist ein Comeback zu dritt ein Gebot der Stunde: Nach längerer Überzeugungsarbeit gelingt die Rückkehr auf die Bühne erfolgreich. Und so beschliessen sie, nach der Amerika-Tournee nach Italien zu fahren, «die GIs bei Laune zu halten» und Allan zu suchen: «Europa, wir kommen!» Unter grossem Aufwand wird Allan schliesslich in Viareggio gefunden, schwer verletzt. Nachdem ihm Susan noch mitteilen konnte, dass sie eine Tochter haben, stirbt er. Den letzten Song widmen sie deshalb ihrem Bandleader.

Überzeugende Powerfrauen

Die «Drei Schwestern» imponieren während des ganzen Abends mit einer beachtlichen Präsenz. Stimmlich überzeugen sie sowohl als Trio wie auch im Einzelauftritt; klar, gut artikuliert und mit Volumen füllen sie den grossen Saal mühelos. Doch nicht nur ihr gewinnender Gesang begeistert die Besucher; die unterschiedlichen Kostüme, den veränderten Ereignissen und Ländern entsprechend, mit den glaubhaft dargebotenen Szenenwechseln zeugen von Geschick und Professionalität.